Andacht

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bibel ist ein "Buch für „Durch-Blicker“. Denn sie lehrt uns „durch-blicken“. Wir blicken durch zu unserem Vater im Himmel. Wir blicken durch zu Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Wir blicken durch, weil der Heilige Geist unseren Blick lenkt.

 Wie alle anderen Menschen sehen wir auch die Not dieser Welt: Hunger, Kriege, Naturkatastrophen, Egoismus, Raffgier, die Ungerechtigkeit nimmt überhand; Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer, ….  Und wie andere Menschen leiden wir auch darunter. Auch Christen werden oft nicht vor Unglück verschont; Arbeitslosigkeit, Krankheit, Nicht-Verstanden-Werden, …. Und - Gott sei’s geklagt! - wir werden schuldig wie andere Menschen und an anderen Menschen, plagen uns mit manchen unserer Eigenschaften herum, die uns nicht passen, oder mit dummen Angewohnheiten. Wir haben oft so gute Vorsätze – und wir scheitern daran ….

Gottes Wort lesen

Und doch: Wo wir das Wort Gottes lesen, es an uns heran lassen, da entfaltet es seine „prophetische“ Kraft, da fangen wir an „durch-zu-blicken“:

Die Erlösung naht

Auf einmal erinnern wir uns: Hat nicht Jesus Katastrophen angekündigt (z.B. Matthäus 24, Lukas 21)?! - Und hat er nicht im gleichen Atemzug befohlen: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“ (Lukas 21,28)?!

Hinter den so oft zerschlissenen Kulissen dieser Welt sehen wir dennoch unsern Gott am Werk. Nicht Verzweifeln ist angesagt, sondern der Blick - der „Durch-Blick“ - hinter die sichtbaren Kulissen auf unseren Vater im Himmel. Er ist der Herr - und er bleibt der Herr für Zeit und Ewigkeit!

Und da sind die persönlichen Krisen und Schicksalsschläge im Leben. Sie machen uns oft fertig. Mancher kommt aus dem Klagen gar nicht mehr heraus; …. - Aber das muss nicht so sein:

Gnade genügt

Seinem Apostel, der über den „Pfahl im Fleisch“ klagt, hat der Herr Jesus Christus zugerufen: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ – Welch neue Sicht der Dinge!

Und ich fange wieder an „durch-zu-blicken“: Christen haben es fürwahr nicht unbedingt einfacher als andere Menschen. Aber sie haben den besten Freund, den ein Mensch haben kann: Jesus! 

Und wenn wir schuldig geworden sind, an Gott, an anderen, an uns selber?:  Von den Gottlosen heißt es, dass sie im „Unglück versinken“ (Sprüche 24,16) – und auch bei uns Christen ist das gewiss nicht minder garstig, manchmal eklig, oft gemein; ….

ER ist treu

Und doch: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9). 

Gott sei Dank dürfen wir auf die Gnade unseres Herrn Jesus „durchblicken“, durch unser „dunkles Herz“, durch schlimme Situationen und Katastrophen. - Gott sei Dank!

 

Dass uns der Herr Jesus Christus immer den nötigen „Durch-Blick“ schenkt, bis sein Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen. 

 

Solches wünscht Ihr Pfarrer Norbert Küfeldt